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Haus „Tuteur“
Charlottenstraße 24 | Ecke Leipziger Straße 36 |
10117 Berlin-Mitte
Vor dem Zweiten Weltkrieg war die Leipziger Straße dicht
mit Kaufhäusern bebaut, heute grüßt das Haus Tuteur als
einer der letzten Zeugen an der Ausfallstraße ins Platten-
baugebiet. Die über zwei Geschosse reichenden Eckfens-
ter waren im Baujahr 1914 eine aufsehenerregende Neu-
heit, heute sind sie - nach Jahrzehnten des Verfalles -
wieder „der Nachwelt eine beredte Sprache“, ganz wie es
sich der Architekt Hermann Muthesius erhofft hatte. Die-
ser hatte das ursprünglich 1886 von C.F. Schwenke er-
baute Geschäftshaus bis auf den Keller abgerissen, als
Stahlskelett wieder aufgebaut und mit einer Fassade aus
thüringischem Travertin geschmückt. Unser Beitrag zur
Geschichte der Kaufhausarchitektur bestand unter ande-
rem darin, mit den in den 50er Jahren angehängten
Sandsteinplatten im Erdgeschoss den Sozialismus abzu-
klopfen und die feinen Steinmetz- und Putzarbeiten wie-
derherzustellen, die das Haus zum Teil bereits im Krieg
verloren hatte. Für die Rekonstruktion der 3,20 m breiten
Schaufenster haben wir europaweit nach dem geeigneten
Glashersteller recherchiert. Der Muthesius, und das be-
fand auch die Denkmalbehörde, strahlt nach drei Jahren
des akribischen Umbaus wieder seine gelassene Eleganz
aus.